Küstenbefestigung

Küstenbefestigung und Panzerbatterien Suurupi

Während des I. Weltkriegs wurde im Umfeld von Tallinn ein großzügiger Komplex von Befestigungen errichtet, der Küstenbefestigung Peter des Großen genannt wurde. Es war vorgesehen, auf der Halbinsel Suurupi 3 Panzerbatterien und 3 Scheinwerferpositionen zu bauen. Südlich des oberen Leuchtturms Suurupi war die Batterie der Romanows geplant, in deren zwei Panzertürmen insgesamt vier 356 mm Geschütze stehen sollten. An der Meeresküste an der nordwestlichen Spitze der Halbinsel beabsichtigte man die Batterie Nr. 2 mit sechs 130 mm Geschützen und an der Nordküste der Halbinsel die Batterie Nr. 3 mit vier 130 mm Geschützen zu errichten. Die Schweinwerfer waren für die Umgebung der Batterien Nr. 2 und 3 und am nordöstlichen Ende der Halbinsel geplant.

Der Bau der Batterie der Romanows blieb aus, in den Boden wurden nur 2 viereckige Löcher gesprengt, vorgesehen für die Unterbauten der Geschütztürme, Munitionskeller usw. Auch der Bau der Batterie Nr. 2 entfiel, an deren Stelle wurde bis zum Frühjahr 1916 eine Batterie mit stattlichen Betonunterständen errichtet, ausgerüstet mit vier 234 mm Geschützen. 300 m südwestlich von dieser Batterie wurde im Wald ein viereckiger Betonbunker errichtet, der einen Scheinwerfer und einen Dieselgenerator aufnahm. Den Scheinwerfer konnte man aus dem Bunker auf einer Schienenbahn auf die Landzunge Kivista schieben. Von der Batterie Nr. 3 gelang es sowohl die Betonunterstände als auch die Geschützunterbauten mit Brüstung fertig zu stellen. 800 m westlich von der Batterie wurde auf die „Wurzel“ der Landzunge Nõmme ein Scheinwerferbunker aus Beton gebaut, von wo aus man den Scheinwerfer auf einer Schienenbahn auf die Spitze der Landzunge schieben konnte. Der zweite Scheinwerferbunker wurde östlich an der Meeresküste errichtet.

Während der Zeit der Republik Estland wurde die Batterie Nr. 2 als Batterie Nr. 6 rekonstruiert. 1924 begann man auf der Position der Batterie Nr. 3 die Panzerbatterie Nr. 9 zu bauen. Am 1. Januar 1929 wurden die Panzerbatterien Nr. 6 und 9 und die Bedienungsgebäude und –einrichtungen zur Kommandantur Suurupi vereinigt.

Im Sommer 1940 ging die Küstenbefestigung Suurupi an die Sowjetunion über. 1941 wurden die zwei rechts gelegenen Unterstände der Panzerbatterie Nr. 6 gesprengt, ebenso wie der bei der Landzunge Nõmme befindliche Scheinwerferbunker. Die Panzerbatterie Suurupi  wurde in den 1960er Jahren liquidiert, als solche Batterien ihre Tätigkeit beendeten.